DSWV rechnet mit bis zu einer Milliarde Euro an Sportwetten während der WM 2026
Jonas Bennett · Aug 4, 2026

DSWV rechnet mit bis zu einer Milliarde Euro an Sportwetten während der WM 2026

Der Deutsche Sportwettenverband hat eine detaillierte Prognose für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 veröffentlicht und erwartet ein Gesamtvolumen von nahezu einer Milliarde Euro an platzierten Wetten innerhalb Deutschlands während des gesamten Turniers, das in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko stattfindet.
Diese Einschätzung beruht auf den aktuellen Marktbedingungen im regulierten Sektor sowie auf der anhaltenden Nachfrage nach Sportwetten rund um Großereignisse und berücksichtigt sowohl legale als auch illegale Angebote.
Verteilung der erwarteten Wettumsätze
Lizenzierte Anbieter sollen demnach zwischen 600 und 700 Millionen Euro generieren, während bis zu 400 Millionen Euro zu illegalen Plattformen fließen könnten, die ohne deutsche Lizenz operieren. Die Zahlen zeigen, dass der regulierte Markt zwar den größten Anteil halten dürfte, doch der illegale Bereich weiterhin erhebliche Summen anzieht. Beobachter des Marktes weisen darauf hin, dass diese Aufteilung auf bisherigen Erfahrungen mit internationalen Turnieren basiert und die tatsächliche Entwicklung von der Durchsetzung bestehender Regulierungen abhängen wird.
Die Weltmeisterschaft gilt als das finanziell bedeutendste Ereignis des Jahres für den regulierten deutschen Sportwettensektor, da große internationale Wettbewerbe traditionell zu Spitzenumsätzen führen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit vieler Nutzer auf sich ziehen.
Auswirkungen auf den regulierten Markt
Experten des Verbands haben die Erwartungen anhand historischer Daten aus früheren Weltmeisterschaften sowie aus nationalen Ligen abgeleitet und betonen, dass die Kombination aus hoher medialer Präsenz und erlaubten Werbemaßnahmen für lizenzierte Anbieter entscheidend bleibt. Während der Turnierphase in den Sommermonaten 2026, einschließlich der Vorbereitungen im August, rechnen die Beteiligten mit einer verstärkten Nutzung von Apps und Online-Plattformen, die unter deutscher Aufsicht stehen.
Die Schätzung verdeutlicht zugleich die Herausforderung, illegale Angebote einzudämmen, da Nutzer weiterhin Zugang zu nicht lizenzierten Seiten finden und diese oft mit höheren Quoten oder weniger strengen Verifizierungsprozessen werben. Daten aus früheren Ereignissen zeigen, dass ein signifikanter Teil der Wettaktivität trotz regulatorischer Bemühungen in graue oder schwarze Märkte abfließt.

Regulatorischer Rahmen und Marktdynamik
Der aktuelle Rechtsrahmen sieht vor, dass nur Anbieter mit deutscher Lizenz Werbung betreiben und bestimmte Schutzmechanismen wie Einzahlungslimits oder Selbstsperren anbieten dürfen. Der DSWV hebt hervor, dass die erwarteten Umsätze für lizenzierte Betreiber nicht nur kurzfristige Gewinne bedeuten, sondern auch langfristig zur Finanzierung von Präventionsmaßnahmen und zur Stärkung des legalen Marktes beitragen können. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Differenz zwischen legalen und illegalen Volumina von der konsequenten Umsetzung der Glücksspielregulierung abhängt.
Im Vorfeld des Turniers beobachten Marktteilnehmer bereits eine Zunahme an Marketingaktivitäten und technischen Innovationen bei den regulierten Anbietern, um Nutzer anzusprechen, die ansonsten zu nicht lizenzierten Plattformen wechseln könnten. Die Prognose des Verbands dient dabei als Orientierung für künftige Investitionen und strategische Entscheidungen innerhalb der Branche.
Fazit
Die Einschätzung des Deutschen Sportwettenverbands zeigt, dass die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 mit einem potenziellen Gesamtvolumen von nahezu einer Milliarde Euro eines der prägendsten Ereignisse für den deutschen Sportwettenmarkt werden dürfte. Zwischen 600 und 700 Millionen Euro sollen bei lizenzierten Anbietern anfallen, während bis zu 400 Millionen Euro zu illegalen Plattformen fließen könnten. Diese Zahlen unterstreichen sowohl das wirtschaftliche Potenzial als auch die anhaltenden Herausforderungen im regulierten Sektor.